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Zugewinnausgleich:

Negatives Anfangsvermögen nicht übersehen!

Seit dem 01.09.2009 wird im Rahmen einer Güterrechtsreform auch negatives Anfangsvermögen berücksichtigt. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte das Anfangsvermögen höchstens mit "Null" ausgewiesen werden.
Offensichtlich wird aus diesem Grunde immer noch nicht näher nachgefragt, wenn der andere Ehepartner angibt kein Anfangsvermögen besessen zu haben. Wie das nachfolgende Beispiel zeigt, ist es jedoch in diesem Falle für den anderen Ehegatten wichtig, im Rahmen der Auskunftspflicht zu erforschen, ob der Partner zum Zeitpunkt der Eheschließung nicht über ein negatives Anfangsvermögen verfügt hat, das ggf. während der Ehe ausgeglichen oder sogar ins Positive geführt wurde.
Die Verminderung dieses negativen Anfangsvermögens wirkt sich nämlich für den anderen Ehepartner genauso aus, als wenn sein Ehepartner ein bereits positives Anfangsvermögen während der Ehe weiterhin vermehrt hätte. Fallbeispiel:

Anna hatte zu Beginn der Ehe kein Anfangsvermögen (AV = 0). Franz ging mit einem negativen Anfangsvermögen, also mit 50,000 Euro Schulden in die Ehe (AV = - 50.000 €). Bei Ehescheidung hat Anna ein Endvermögen (EV) in Höhe von 100.000 Euro, Franz hat ein EV in Höhe von 50.000 Euro.

Nach altem Recht wäre bei beiden Ehegatten das AV mit 0 anzusetzen gewesen, so dass sich für den Zugewinn folgendes ergeben hätte:

AV EV Zugewinn

Anna
0 € 100.000 € (100.000 - 0 ) = 100.000 €Franz 0 € 50.000 € (50.000 - 0 ) = 50.000 € Anna hätte also einen Zugewinn erzielt, der 50.000 Euro über dem Zugewinn des Franz liegt und somit 25.000 Zugewinnausgleich an Franz leisten müssen.

Nach neuem Recht wirkt sich das negative Anfangsvermögen, das Franz mit in die Ehe gebracht hat aus.
Franz hat nämlich während der Ehe nicht nur 50.000 Euro erworben, sondern darüber hinaus auch die mitgebrachten Schulden in Höhe von 50.000 Euro getilgt, so dass auch er einen Zugewinn in Höhe von 100.000 Euro erzielt hat - ebenso wie Anna.

Ein Zugewinnausgleich findet nach neuerem Recht in diesem Fall also nicht statt!

Die Berücksichtigung des negativen Anfangsvermögens auf Seiten von Franz führt also dazu, dass Anna sich im vorliegenden Fallbeispiel einen Zugewinnausgleich in Höhe von 25.000 Euro erspart.


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